Du möchtest gesünder leben, kräftiger werden, Muskeln aufbauen und dich endlich wieder richtig wohl in deinem Körper fühlen. Aber was, wenn aus deinen guten Vorsätzen plötzlich eine weitere Verpflichtung wird?
Ich wollte meinem Körper endlich etwas richtig Gutes tun.
Mehr Kraft. Mehr Energie. Ein Körper, in dem ich mich wieder richtig wohlfühle.
Und vor allem möchte ich auch mit 60 oder 70 noch fit und gesund durchs Leben gehen.
Also habe ich angefangen, mich intensiv mit meinem Stoffwechsel zu beschäftigen. Ich trainiere, achte auf meine Ernährung, probiere Neues aus und freue mich über jeden Fortschritt.
Und ich liebe es!
Bis ich vor Kurzem bei meiner besten Freundin saß und mich dabei ertappte, wie ich innerlich meine Eiweißzufuhr und die Schritte des Tages durchrechnete.
Ernsthaft jetzt?!
Ich verbringe ein wunderschönes Wochenende mit meiner Freundin und mache mir Gedanken darüber, ob ich mich heute genügend bewegt habe?
Wann genau ist aus „Ich tue etwas für mich“ eigentlich „Ich muss alles richtig machen“ geworden?
Ich will gesund alt werden. Und zwar nicht irgendwie!
Ich bin 40 Jahre alt und beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit meinem Stoffwechsel, Ernährung, Krafttraining und den hormonellen Veränderungen in der Perimenopause.
Und weißt du was?
Ich liebe es, meinen Körper besser zu verstehen. Neue Dinge auszuprobieren. Zu beobachten, wie ich auf bestimmte Lebensmittel reagiere.
Ich freue mich, wenn ich beim Krafttraining stärker werde, wenn ich mich energiegeladener fühle und merke, dass sich etwas verändert.
Denn ich habe Ziele!
Ich möchte gesund und fit alt werden.
Ich möchte Muskeln aufbauen und spüren, wie mein Körper kräftiger wird.
Ich möchte mich gerne im Spiegel anschauen und wieder richtig wohl in meiner Kleidung fühlen.
Und ja, ich möchte auch etwas für mein Selbstwertgefühl tun.
Warum sollte ich das nicht wollen?
Ich finde, wir Frauen dürfen durchaus Ansprüche an unser Wohlbefinden haben.
Und wir dürfen auch bereit sein, etwas dafür zu tun!
Denn seien wir uns ehrlich: Von nichts kommt nichts.
Wenn ich Muskeln aufbauen möchte, muss ich meine Muskeln auch trainieren.
Wenn ich meine Ernährung verändern möchte, muss ich mich damit beschäftigen, was ich esse.
Und wenn ich mich im Alltag mehr bewegen möchte, werde ich nicht darum herumkommen, öfter einmal vom Schreibtisch aufzustehen.
Das klingt vielleicht nicht besonders romantisch, aber so ist es nun einmal.
Und das Schöne daran?
Wir können selbst etwas verändern!
Vielleicht hast du längst vergessen, wie gut du dich eigentlich fühlen kannst
Dieser Gedanke beschäftigt mich schon länger.
Wie oft gewöhnen wir uns eigentlich an Dinge, die sich gar nicht besonders gut anfühlen?
An die Müdigkeit am Nachmittag.
An das Gefühl, ständig erschöpft zu sein.
An die Hose, die schon wieder ein bisschen enger sitzt.
Oder daran, dass wir uns einfach nicht mehr so kräftig und beweglich fühlen wie früher.
Irgendwann wird das normal.
Und vielleicht denken wir uns sogar: Na ja, ich werde eben älter.
Dabei muss nicht jede Veränderung einfach hingenommen werden. Natürlich lässt sich nicht alles mit Ernährung oder Bewegung lösen, und anhaltende Beschwerden gehören auch medizinisch abgeklärt.
Aber es gibt so viele Bereiche, in denen wir selbst etwas für unsere Gesundheit tun können.
Ich habe beispielsweise erst durch meine intensive Beschäftigung mit dem Stoffwechsel und der Perimenopause verstanden, wie wichtig unsere Muskulatur ist.
Gerade beim Thema Krafttraining hatte ich ein richtiges Aha-Erlebnis! Warum unsere Muskeln besonders ab 40 so wichtig sind und weshalb ich heute ganz anders darüber denke, erzähle ich dir in meinem Artikel „Du willst ab 40 abnehmen? Dann vergiss deine Muskeln nicht!“.
Das hatte ich vorher maßlos unterschätzt!
Heute mache ich dreimal pro Woche Krafttraining, versuche mich im Alltag mehr zu bewegen und beschäftige mich bewusst mit meiner Ernährung.
Nicht, weil ich mich bestrafen möchte.
Sondern weil ich neugierig geworden bin, wie gut ich mich in meinem Körper eigentlich fühlen kann.
Und genau das hat mir in den letzten Monaten unglaublich viel Freude gemacht.
Bis ich vor Kurzem bemerkt habe, dass sich da etwas verändert hatte.
Ein Wochenende bei meiner besten Freundin – und plötzlich meldet sich mein innerer Kontrolleur
Vor Kurzem war ich ein Wochenende bei meiner besten Freundin.
Einfach einmal raus aus dem gewohnten Alltag.
Zeit miteinander verbringen, quatschen, essen, genießen.
Eigentlich herrlich!
Natürlich lief dort nicht alles so ab wie zu Hause.
Ich habe anders gegessen, mich weniger bewegt und nicht trainiert.
So weit, so unspektakulär.
Aber irgendwann habe ich gemerkt, wie in meinem Kopf eine ziemlich nervige Stimme immer lauter wurde.
Habe ich heute überhaupt genügend Eiweiß gegessen?
Warum habe ich mich so wenig bewegt?
Wie viele Schritte waren das heute eigentlich?
Und versorge ich meinen Körper gerade überhaupt richtig?
Ähm, hallo?! Ich bin bei meiner besten Freundin!
Und statt einfach die gemeinsame Zeit zu genießen, beschäftige ich mich zwischendurch damit, was ich alles nicht geschafft habe?
Da musste ich schon ein bisschen über mich selbst lachen.
Aber gleichzeitig hat mich das nachdenklich gemacht.
Denn eigentlich war ja überhaupt nichts passiert.
Ich hatte ein paar Tage anders gelebt als sonst.
Keine Katastrophe. Kein Weltuntergang.
Und trotzdem fühlte es sich plötzlich so an, als hätte ich irgendetwas falsch gemacht.
Wenn aus „Ich möchte“ plötzlich „Ich muss“ wird
Ich liebe meine gesunden Routinen.
Wirklich!
Sie geben meinem Alltag Struktur und erleichtern mir vieles.
Ich weiß mittlerweile besser, welche Mahlzeiten mich lange satt halten. Ich habe feste Trainingstage und versuche, regelmäßig spazieren zu gehen.
Meine 10.000 Schritte sind dabei ein persönlicher Anhaltspunkt. Keine magische Grenze, unter der Bewegung plötzlich nichts mehr wert wäre.
Und sogar mein Fastenmontag kann sich manchmal richtig angenehm anfühlen.
Während ich an anderen Tagen morgens Frühstück vorbereite, habe ich an diesem Tag mehr Zeit für mich.
Manchmal genieße ich dann einfach eine ausgedehnte Dusche.
Herrlich!
Fasten ist für mich eine persönliche Entscheidung, keine Empfehlung für jede Frau. Ich beobachte dabei, wie es mir geht und ob es zu meiner aktuellen Situation passt. Wenn du eine Erkrankung hast oder Medikamente nimmst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Aber genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt:
Eine gesunde Gewohnheit kann mich unterstützen. Sie kann aber auch anfangen, mich unter Druck zu setzen.
Und manchmal merke ich den Unterschied erst, wenn ich innerlich schon wieder dabei bin, mich selbst zu kritisieren.
Weil ich meine Schritte nicht geschafft habe.
Weil ich zu wenig Eiweiß gegessen habe.
Weil ich mein Training verschoben habe.
Oder weil ich an einem Tag einfach einmal etwas anderes brauche.
Dabei wollte ich doch eigentlich gesund leben und nicht jeden Tag eine Prüfung in Sachen Selbstoptimierung ablegen!
Selbstfürsorge oder Selbstoptimierung? Manchmal ist der Unterschied verdammt klein
Ich habe meine Gedanken dazu einmal gegenübergestellt.
Und vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Situation wieder.
| Selbstfürsorge | Selbstoptimierung unter Druck |
|---|---|
| Ich bewege mich, weil es mir guttut. | Ich muss unbedingt meine 10.000 Schritte schaffen. |
| Ich achte auf Eiweiß und Nährstoffe, um meinen Körper gut zu versorgen. | Ich habe heute schon wieder zu wenig Eiweiß gegessen. |
| Ich faste, wenn es für mich passt und ich es gut vertrage. | Montag ist Fastentag. Das muss ich durchziehen. |
| Ich genieße auch einmal etwas Süßes. | Jetzt muss ich das irgendwie wieder ausgleichen. |
| Ich ruhe mich aus, wenn ich es brauche. | Ich habe heute nicht genug geschafft. |
| Meine Routinen unterstützen meinen Alltag. | Mein Alltag dreht sich nur noch um meine Routinen. |
Das Verrückte daran?
Von außen kann beides ziemlich ähnlich aussehen.
Ich kann an zwei verschiedenen Tagen genau dasselbe Training machen.
Einmal trainiere ich, weil ich mich darauf freue, stärker werden möchte und weiß, wie gut mir das langfristig tut.
Und ein anderes Mal trainiere ich vielleicht nur, weil ich Angst habe, sonst meinen Fortschritt zu verlieren.
Dasselbe Training.
Aber ein völlig anderes Gefühl.
Und genau das finde ich so spannend.
Denn ich möchte meine Ziele ja überhaupt nicht aufgeben!
Ich möchte weiterhin trainieren, bewusst essen und Fortschritte sehen.
Aber ich möchte das alles für mich machen. Nicht gegen mich.
Warum gesunde Gewohnheiten nicht jeden Tag perfekt sein müssen
Was mir bei dieser Erkenntnis geholfen hat, war ein einfacher Gedanke:
Warum habe ich überhaupt damit angefangen?
Weil ich gesund alt werden möchte.
Weil ich mich wieder richtig wohl in meinem Körper fühlen möchte.
Weil ich kräftiger, fitter und energiegeladener sein möchte.
Und weil es mir Freude macht, selbst etwas dafür tun zu können.
Nicht, weil ich irgendwann die Weltmeisterschaft im Schritte-Sammeln gewinnen möchte!
Und auch nicht, weil mein Körper nur dann etwas wert ist, wenn ich jeden Tag sämtliche Ernährungs- und Trainingsziele erreiche.
Gesunde Gewohnheiten entstehen schließlich nicht durch einen einzigen perfekten Tag.
Sondern dadurch, dass wir Dinge immer wieder tun.
Dass wir trainieren, auch wenn wir nicht jedes Mal hochmotiviert sind.
Dass wir unsere Ernährung Schritt für Schritt verändern.
Und dass wir nach einer Pause einfach wieder weitermachen.
Ein ausgelassenes Training macht nicht die Fortschritte vieler Wochen zunichte.
Und eine Mahlzeit, die anders ausfällt als geplant, entscheidet nicht darüber, wie gesund wir insgesamt leben.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Regelmäßigkeit egal wäre.
Ganz im Gegenteil!
Aber Konsequenz und Flexibilität schließen einander nicht aus.
Und genau das musste ich mir selbst erst wieder bewusst machen.
Mein Montag: Kein Fasten, kein Training. Dafür Suppe und Dessert!
Nach diesem Wochenende gab es einen Montag, an dem es mir emotional nicht besonders gut ging.
Da kamen mehrere Dinge zusammen, die mich beschäftigt und belastet haben.
Normalerweise ist Montag mein Fastentag.
Aber an diesem Tag habe ich gemerkt, dass ich etwas anderes brauche.
Also habe ich nicht gefastet.
Und ich habe auch nicht trainiert.
Stattdessen habe ich mir eine warme Suppe gemacht.
Und später gab es noch ein selbstgemachtes Dessert aus Cottage Cheese, Banane, Mandelmus und Zimt.
Übrigens eine ziemlich köstliche Kombination!
Und weißt du, was daran für mich so besonders war?
Nicht das Dessert.
Sondern die Entscheidung dahinter.
Ich habe an diesem Tag nicht versucht, meinen ursprünglichen Plan um jeden Preis durchzuziehen.
Ich habe gemerkt, dass ich etwas anderes brauche, und entsprechend gehandelt.
Ohne daraus gleich ein riesiges Drama zu machen.
Ich hatte deswegen nicht plötzlich meine Ziele aufgegeben.
Ich wollte immer noch gesund und fit alt werden.
Ich wollte immer noch Muskeln aufbauen und mich in meinem Körper wohlfühlen.
Aber ich musste dafür an diesem Montag nicht fasten und auch nicht trainieren.
Ich durfte meinen Plan ändern, ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren.
Und ich glaube, genau diese Erkenntnis möchte ich mir für die Zukunft bewahren.
Ich will Ergebnisse sehen. Aber nicht um jeden Preis!
Vielleicht kennst du das auch.
Du beginnst, dich bewusster zu ernähren.
Du bewegst dich mehr.
Du beschäftigst dich mit deinem Stoffwechsel und möchtest endlich etwas verändern.
Und plötzlich hast du das Gefühl, immer noch mehr machen zu müssen.
Noch ein bisschen mehr Bewegung.
Noch etwas konsequenter essen.
Noch besser schlafen.
Noch genauer auf alles achten.
Dabei ist es doch eigentlich großartig, wenn wir anfangen, Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen!
Ich möchte mir diese Begeisterung jedenfalls nicht nehmen lassen.
Ich will weiterhin meine Fortschritte sehen.
Ich will mich über mehr Kraft beim Training freuen.
Ich will merken, wenn mir meine Kleidung wieder besser passt.
Und ich will mich weiterhin mit meinem Stoffwechsel beschäftigen, neue Rezepte ausprobieren und herausfinden, was mir persönlich guttut.
Ich habe schließlich Ziele, die mir wichtig sind.
Und ich bin auch bereit, etwas dafür zu tun.
Aber ich möchte mich nicht auf dem Weg dorthin selbst geißeln.
Denn was habe ich davon, wenn ich irgendwann zwar alle meine Trainings- und Ernährungsziele erfülle, aber vor lauter Kontrolle die Freude daran verliere?
Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein!
Meine gesunden Routinen sollen mein Leben bereichern. Nicht beherrschen.
Ich werde weiterhin dreimal pro Woche Krafttraining machen.
Ich werde mich weiterhin mit Ernährung, meinem Stoffwechsel und der Perimenopause beschäftigen.
Ich werde weiterhin gerne meine Schritte sammeln, neue Rezepte ausprobieren und mich über Fortschritte freuen.
Und ich werde sicher auch weiterhin Tage haben, an denen ich ein bisschen zu streng mit mir bin.
Schließlich lerne ich selbst noch.
Aber ich möchte eines nicht vergessen:
Ich mache das alles für mich.
Für meine Gesundheit.
Für meinen Körper.
Für mein Wohlbefinden.
Und für die Frau, die ich in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren sein möchte.
Ich möchte meinen Körper weiterhin verstehen, mit Ernährung experimentieren, mich bewegen und Fortschritte sehen.
Weil mir das Freude macht.
Aber ich möchte nicht mehr das Gefühl haben, jeden Tag alles richtig machen zu müssen, um gut für mich zu sorgen.
Denn mein Ziel ist nicht, meine Gesundheit perfekt zu managen.
Mein Ziel ist ein Leben, in dem ich mich richtig gut fühle.
Und genau dafür möchte ich meine gesunden Gewohnheiten nutzen.
Nicht gegen mich.
Sondern für mich.
Und wie geht es dir damit?
Hast du auch schon einmal bemerkt, dass aus einer gesunden Gewohnheit plötzlich ein inneres „Ich muss“ geworden ist?
Oder hast du gerade erst angefangen, dich bewusster mit deiner Gesundheit zu beschäftigen?
Ich würde mich freuen, wenn du mir davon erzählst! Schreib mir gerne an beatrix@stoffwechselliebe.com.
Du möchtest deinen Stoffwechsel besser verstehen?
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Darin schauen wir uns fünf Bereiche an, die bei deiner Energie, deinen Gewohnheiten und den Veränderungen deines Körpers eine Rolle spielen können.
Mit kleinen ersten Schritten, die du ganz ohne zusätzlichen Druck ausprobieren kannst.
Wissenschaftliche Quellen zum Weiterlesen
- Teixeira et al. (2012): Exercise, physical activity, and self-determination theory: A systematic review. Zur Studie
- Sairanen et al. (2014): Flexibility in weight management. PubMed
- Lally et al. (2010): How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. Zur Studie